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24.02.-10.03.18 Kolumbien

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Unsere Termine im Jahr 2018

Unsere aktuellen Termine für 2018 findest Du hier.

DIE GROSSE FRAGE - SKYWALK EDITION

Welcher Schirm passt perfekt zu mir? Was muss ich bei einem Umstieg beachten? Lohnt sich das Warten auf die neuen Modelle? Was habt ihr noch in Petto? Die Flugschule Chiemsee bringt die Fragen ihrer Piloten direkt an die Experten. Zum Anfang der Serie treffen wir Arne Wehrlin, Alex Höllwarth und Manfred Kistler von Skywalk im neuen Firmensitz in Marquartstein. Die Fragen der Community stellt Robin Frieß.

 

Robin: Hallo Arne, Alex und Manfred. Ich freu' mich, dass ihr uns in eurem schicken neuen Gebäude empfangt. Starten wir mit der Frage von Tobi E.:
„Ich bin Flugschüler im Grundkurs und auf der Suche nach meinem ersten Schirm. Ist der MESCAL4 auch in den ersten Jahren meines Fliegerlebens noch spannend oder eignet er sich nur für die Schulung und langweilt mich danach?"


Manfred: Der MESCAL4 ist ein sicherer Flügel, der dir auch nach Jahren Spaß machen wird. Er hat für einen A Schirm recht viel Leistung und steigt in der Thermik sehr gut. Das heißt, man kann auch ordentlich Strecke damit fliegen. Das Handling ist, für einen A-Schirm gesprochen, relativ verzögerungsfrei. Insofern ein klares JA, wenn du nicht sofort zum ausgesprochenen Vielflieger wirst, dann eignet sich der MESCAL4 auch für die Jahre nach der Schulung.

Robin: Dann bin ich mal gespannt, wahrscheinlich findet sich der MESCAL4 damit auch in der "A-Klasse-Wertung" des Kampenwand-Cups auf den vorderen Rängen.


Perfekt für den Aufstieg?

Zurück zu den Fragen, Christoph L. möchte gern wissen:
„Als TEQUILA-Flieger bin ich sehr gespannt auf den neuen CHILI3, da ich demnächst mehr auf „Strecke" gehen möchte. Ist ein direkter Umstieg sinnvoll und wann ist hierzu ein guter Zeitpunkt? Sollte der TEQUILA komplett ausgereizt sein oder kann ich den Schritt auch schon früher wagen?"

 

Arne: Der CHILI3 ist grundsätzlich so gebaut, dass ein geübter TEQUILA-Pilot sich in die höhere Klasse wagen kann. Das ist natürlich auch eine Frage der Ambition und des Könnens. Für viele Piloten mit wenigen Flüge ist ein guter A oder Lowlevel-B Schirm die bessere, weil entspanntere Alternative. Ein guter Zeitpunkt für den Umstieg ist in jedem Fall der Frühsommer, wenn das turbulente, thermisch sehr aktive Frühjahr vorbei ist. Außerdem empfehle ich immer wieder viel Groundhandling, denn dadurch erhöhst du die Chance enorm, in einer anspruchsvollen Situation instinktiv richtig zu reagieren.

 

Robin: Maik R. hat eine Frage an die Entwicklungsabteilung:

„Mich würde sehr eure Einschätzung zur weiteren Evolution der Gleitschirme interessieren. Wohin geht eurer Meinung nach die Entwicklung/der Trend? Ich fliege einen TEQUILA3 (Gurtzeug CULT-C). Wird es in absehbarer Zeit Gleitschirme mit der Sicherheit wie beim TEQUILA3 aber mit deutlich höherer Leistung geben?"


Manfred: Ja, aus der Erfahrung der letzten Jahre heraus wird es diese Schirme definitiv geben. Wir hatten schon vor 5 Jahren gedacht, dass das Ende der Fahnenstange weitgehend erreicht ist. Die Praxis hat uns dann gezeigt, dass neue Materialien und Innovationen enorme Entwicklungsschübe ermöglichen. Der CHILI3 zum Beispiel, hat heute ein Leistungsniveau, das uns vor 3 Jahren noch undenkbar für einen B Schirm schien.

 

Leistungshunger

Robin: Die nächste Frage knüpft hier gleich an. Andreas M. stellt die Frage nach dem Entwicklungsansatz:
„Leistung, Leistung, Leistung..., gibt es denn nichts Wichtigeres?! Ich fliege für das Erlebnis, den Spaß und die Freude und nicht um Punkte zu machen. Für Piloten wie mich sind ganz andere Aspekte eines Gleitschirms wichtig. Flugkomfort, Stabilität, Sicherheit, Dämpfung, ein ruhiges Fluggefühl. Es ist klar, dass diese Faktoren nicht in Zahlen zu Papier gebracht werden können. Es wäre trotzdem interessant, was für ein Gleitschirm konstruiert werden würde, wenn diese Punkte als wichtigste Entwicklungsziele angesehen werden. Was meint Ihr dazu?"


Manfred: Du hast vollkommen Recht Andreas. Wir haben z.B. mit dem TONIC einen Schirm, der rein nach diesen Kriterien entwickelt wurde. Allerdings verlangt der Markt, also die Mehrzahl der Piloten, von uns auch sehr leistungsfähige Schirme. Unsere Entwicklungen tragen dem natürlich Rechnung, wir realisieren in allen Geräten Spaß und Freude beim Fliegen. Es liegt natürlich am Piloten, sich das für ihn passende Gerät auszusuchen. Ein Pilot, der z.B. nur 10 Flüge im Jahr macht, hat unter einem CAYENNE4 nichts verloren. Er wird bei thermischen Verhältnissen auch keinen Spaß haben. Viel besser wäre er unter einem TEQUILA3 oder auch dem MESCAL4 aufgehoben. Ein Streckenjäger hat da ganz andere Wünsche. Bei der Schirmauswahl ist es wichtig zu testen und vor allem ehrlich zu sich selbst zu sein. Die SKYWALK Produktpalette ist breit. Wenn der Pilot sich das richtige Gerät raussucht wird er genau das gute Gefühl finden, das du beschreibst.

 

Robin: Bevor wir das Leistungsthema abschließen hab ich noch eine Frage von Burkhard "Burki" Martens:
„Der CAYENNE4 ist wohl der Leistungsmaßstab in der EN C Klasse, er besitzt nur noch 3 Leinenebenen mal 2 Leinen pro Seite, weniger geht wohl kaum noch. Die Streckung ist auch ausgereizt. Wie stellt ihr euch eine Leistungssteigerung vor wenn irgendwann der CAYENNE5 kommt?"

 

Alex: Der Luftwiderstandsvorteil durch die Leinenreduktion ist nur ein Teil der Performance. Die Gesamtkombination aus Profilen, Ballooning und Spannungsverteilung ist nach wie vor nicht ausgereizt, hier befinden wir uns in einem stetigen Lernprozess, auch durch die Erfahrungen von Paul Guschlbauer. Die Entwicklung bleibt nicht stehen, wir finden immer noch weiteres Optimierungspotential und bessere Materialien. Außerdem haben wir noch ein paar Pfeile im Köcher, um die Oberfläche des Flügels weiter zu glätten.

 

Entwicklungsvorteil

Robin: Es scheint also auch für die kommenden Schirmgenerationen noch genügend Potential vorhanden zu sein. Passend dazu eine Frage von Marcus C. zum Entwicklungsvorsprung:
„Viele Innovationen bei der Herstellung von Gleitschirmen werden von (fast) allen Herstellern übernommen. (Mit Ausnahme der JetFlaps.) Gibt es ein Mainstreaming bei der (markenübergreifenden) Schirmentwicklung? Fliegen bald alle B Schirme gleich? Welche Möglichkeiten bestehen (noch), sich von anderen Herstellen abzusetzen, ohne die Trends wie Stäbchen, Haifischnase, optimierte Hinterkante, 3D-Shaping etc. zu ignorieren?"


Arne: Die Jet Flap Technologie ist patentrechtlich geschützt und unsere Mitbewerber wissen das. Ansonsten gibt es durchaus ein "Abschauen" untereinander, manche Hersteller kopieren sogar komplette Entwicklungen und sind damit leider hinreichend erfolgreich. Dennoch wird es immer eine Diversifikation geben, denn es gibt unendliche Variationen und auch noch eine Menge an Ideen, die auf Realisierung warten. Auch alte Ideen greifen wir dabei wieder auf. Die Miniribs an der Hinterkante wurde beispielsweise bereits in Schirmen wie dem Swing Astral vor vielen Jahren eingesetzt. Auch die Haifischnase ist nichts neues, der Swing Minoa hatte das schon vor ca. 20 Jahren. Manchmal ist eine neue Umsetzung oder die Adaption einer alten Idee auf den heutigen Entwicklungsstand mit neuen Materialen sehr erfolgreich. Die Grundlagen der Aerodynamik bleiben unverändert, unsere aktuellen Modelle setzen sich vor allem durch die gute Kombination von Techniken ab. Rigid foils können beispielsweise in vollkommen unterschiedlichen Varianten eingebaut werden. Das Material aber auch Position, Länge und Verarbeitung entscheiden dann über die Effizienz und das tatsächliche Verhalten im Extremflug. Die Verallgemeinerung, „Stäbchen" neigen zum Verhängen, ist eben einfach falsch. Es ist wie beim Kochen: Gute Zutaten allein machen noch kein gutes Gericht, erst wenns sauber abgeschmeckt, d.h. abgestimmt ist, dann mundet es auch entsprechend.

 

Abstiegshilfen

Robin: Die nächste Frage kommt von Peter W. und dreht sich um Schnellabstiegsmanöver:
„Es gibt immer noch keine sichere und schnelle Möglichkeit des Schnellabstiegs wenn´s brenzlig wird. Gibt es schon Ideen für eine Lösung?"

 

Manfred: Generell kann man nicht sagen, dass die vorhandenen Techniken wie Ohrenanlegen, Spirale oder B-Stall unsichere Abstiegshilfen sind. Das hängt sehr von der Erfahrung des Piloten und der Konstruktion des Fluggerätes sowie der Kategorie ab. Allerdings eine „bequeme, komfortable" und zugleich „effiziente" Abstiegshilfe gibt es tatsächlich nicht. Wir arbeiten an einem völlig neuen System, welches es dem Piloten erlauben soll, die Sinkgeschwindigkeit bei zunehmender Stabilität des Gerätes markant zu erhöhen! Es wird noch ein bisserl dauern bis das marktreif wird, aber innovative Ansätze hierzu gibt es schon. Lass dich für die Zukunft überraschen :-)

 

Konstruktives

Robin: Bei modernen Schirmen nimmt die Bedeutung komplexer Computersimulationen stetig zu. Rolf K. hätte gerne einen Einblick in eure Trickkiste:
„Kommen bei der Gleitschirmentwicklung bei Skywalk moderne CFD-Berechnungsverfahren zum Einsatz und wieweit stimmen die damit gewonnenen Ergebnisse mit der Realität überein? Lässt sich dadurch vor allem die Aerodynamik beurteilen oder können auch Rückschlüsse auf das Kurvenverhalten gemacht werden?"

 

Alex: Ja, natürlich setzen wir solche Hilfsmittel ein, vor allem um eine Vorauswahl der Profile zu treffen. Um den Kurvenflug oder anderes Flugverhalten beurteilen zu können, reichen diese Tools aber bei weitem nicht aus. Hierbei spielen nach wie vor Erfahrung und Intuition die erste Geige. Selbst bei bester Simulation wird der Testpilot/Konstrukteur immer das letzte Händchen haben. Er entscheidet ob der Schirm wirklich ein gutes Gefühl vermittelt. Es ist daher von großem Vorteil in unserem R&D Team, dass Arne immer noch sehr gut fliegt und das Paul und ich konstruieren und testen können.

 

Robin: Der Trend zum Hike & Fly ist ungebrochen, das Gewicht aktueller Schirme auch das Anliegen von Malte J.:
„Moderne Schirme wiegen immer noch über 5kg. Was macht einen Schirm so schwer? Lässt sich mit Simulationen und neuen Materialien das Gewicht nicht signifikant reduzieren?"

 

Alex: Grundsätzlich ist es nur der Anspruch nach Langlebigkeit, der Schirme davon trennt deutlich unter 5kg zu wiegen. Die Konstruktion kann entweder in Richtung Gewichtsreduktion ausgelegt sein, oder aber auf dauerhafte Stabilität. Dazwischen ist jeder Kompromiss möglich. Wir verwenden innen als Rippen, Bänder und V-Parts nur sehr hochwertiges, formstabiles Tuch. An der Vorderkante verbauen wir ein sehr langlebiges Tuch für eine bessere UV Beständigkeit. Unsere Crossports sind so gewählt, dass sie die Formstabilität auf Dauer gewährleisten. Mit dem CHILI 3 haben wir einen Schirm gebaut, der langlebig und gleichzeitig extrem leicht ist. Die Größe M wiegt gerade mal 5,6kg. Hier noch weiter zu reduzieren würde Abstriche in der Haltbarkeit nach sich ziehen, und das macht für ein paar hundert Gramm aus unserer Sicht keinen Sinn. Paul ist gerade an seinem Red Bull X-Alps Schirm dran. Dieser Hochleistungs-Flügel wird die Grenzen ausloten und weit unter 5kg wiegen. Aber klar ist hier auch, dass dieser eben nicht 6 oder 8 Jahre durchhalten muss.

 

Namensgebung

Robin: Tobias B. hat eine Frage, die sich auf die Namensgebung eurer Schirme bezieht:
„Macht es Sinn, bei einem Schirm, der mit seinem Vorgänger nichts Gemeinsames mehr hat (Konstruktion, Handling, Leistung) außer seiner Herkunft (Skywalk), also ein völlig neues Produkt ist, trotzdem den Namen des „Vorgängers" weiter zu führen? Es werden doch automatisch beim Kunden / am Markt Assoziationen herangezogen, die nur falsch sein können."

Arne: Bei SKYWALK konzentrieren wir uns auf den Piloten. Der CAYENNE4 hat nichts mehr mit dem CAYENNE3 zu tun, aber die Pilotengruppe ist immer noch die Gleiche. Der C3 Pilot soll sich auch auf dem C4 wohl fühlen und nicht überfordert sein. Wir wollen unseren Kunden die Möglichkeit geben, sich bei den Produkten schnell wiederzufinden. Ein Golf 7 hat mit einem Golf 1 auch nicht mehr wahnsinnig viel gemeinsam, aber jeder weiß: ein Golf ist ein Golf. Die Namensgebung ist dazu da um die Baureihe zu definieren. Unsere Philosophie zeigt da eindeutig eine klare Linie.


Neue Vorgaben

Robin: Im Zuge einer eventuellen Verschärfung der EN-Normen kommen auf die Hersteller neue Anforderungen zu. Lucian H. will wissen:
„Inwieweit ist von der baldigen Verschärfung der EN-Norm eine Verschlechterung des Handlings künftiger EN-B-Schirme zu erwarten, weil von den Schirmen ein stärkeres Aufrichtmoment gefragt ist?"

 

Arne: Generell werden die Normen im Gleitschirmfliegen immer wieder verändert. Die Hersteller sind daran gewöhnt und es bedeutet keinesfalls, dass sich dadurch das Handling eines Schirms verschlechtern muss. Konstrukteure, die wie wir viel Aufwand in die Entwicklung stecken, kommen mit einer verschärften Norm sehr gut klar, ohne dass es sonstige Einbußen gibt. Selbstverständlich ist es auch in unserem Interesse, die Schirme für die jeweilige Klasse so sicher wie möglich zu bauen. Wir achten auch jetzt schon darauf, dass unsere Flügel viele Reserven haben und nicht an der absoluten Grenze der Zulassungskriterien liegen. Als Beispiel dient hier das Flugverhalten in der Spirale.

 

E-Aufstieg

Robin: Das Thema E-Walk war groß in den Medien, jetzt liegt das Projekt auf Eis. Abschließend habe ich eine Frage von Peter K. generell zu diesem Thema:
„Wie seht ihr den Markt im Bereich E-Walk?"

 

Manfred: Der Markt im E-WALK Bereich ist direkt proportional zum möglichen Preis. Ist der E-WALK zu einem erträglichen Endkundenpreis realisierbar, wird der Markt sicher sehr groß sein. Allerdings müsste auf Grund der jetzigen Gesetzeslage ein E-WALK deutlich über 10.000€ kosten. Wir denken nicht, dass es viele Kunden geben wird, die sich einen Elektromotor „leisten" können oder wollen. Von daher liegt unser Projekt auf Eis, bis es zu einem marktgerechten Preis produziert werden kann.

Robin: Vielen Dank an euch drei für eure Zeit und dieses Interview! Wir wünschen der Firma Skywalk eine erfolgreiche Saison 2013, euch persönlich viele schöne Flüge und ich freue mich selbst bereits auf die Fortsetzung der Interview-Reihe zu einer anderen Gelegenheit.